Wieder einmal sitze ich auf dem Balkon, den See und Wasserbueffel im Blick. Inzwischen kann ich diese Ruhe auch wieder geniessen, da Sophie deutlich auf dem Weg der Besserung ist - si hatte die letzten 60 Stunden stark mit Uebelkeit und Erbrechen zu kaempfen. Wenngleich es mir auch sehr Leid tat fuer sie, es war dennoch schoen festzustellen, wie unsere "home community" mitfuehlt. In unserem Stamm-Restaurant erkundigten sich die Betreiber nach ihr und wollten mir Obst fuer sie mitgeben. Unser Flur-Nachbar, der kurz zuvor Selbiges durchmachte, besorgte und Ringer-Loesung, Kanuele und Schlauch aus der Apotheke (so weit kam es Gott sei Dank nicht, aber uns war klar, dass wir, sollte es notwendig werden, die parenterale Rehydratation hier im Hostel vornehmen wuerden, wir kennen ja schliesslich das Krankenhaus...).
Fuer mich bot sich die Gelegenheit, nepalesische Apotheken abzuklappern nach Antiemetika. Zunaechst dachten wir an MCP, wobei wir die Motilitaetssteigernde Wirkung nicht so super fanden - auf den Klos hier will man nicht so wirklich lange und viel hocken. Also fragte ich nach Vomex (Dimenhydrinat). Das jedoch gibts hier nicht. Der Apotheker wollte mir Perazin, ein Neuroleptikum, mitgeben. Damit war ich nciht so ganz einverstanden, weil mir dieses Einsatzgebiet fuer diese Medikamentenklasse so unbekannt vorkommt. Schliesslich kamen wir bei Ondansetron ueberein. Die Rezeptpflicht, die bei uns dafuer herrscht, faellt hier mal schlichtweg unter den Tisch - hier gibts eigentlich alles "over the counter". Dazu noch leckere WHO-Elektrolyt-Loesung und viel, viel Schlaf fuer's Oeppelchen, die ihr Lieblingsgericht, dall bhat, erstmal nicht mehr essen moechte. Inzwischen ist sie wieder wohl auf, toi toi toi.
Waehrend ich hier so sitze und schreibe kamen die Frauen der Familie, die unser Haus betreibt, auf den Balkon, um von hier aus Papayas vom nahe stehenden Baum zu ernten. Mit einem Bambus-Stecken wird der 'Hals' ruckartig durchstossen. Ich bat - ehrlicher Weise mehr aus Neugierde als aus Naechstenliebe- meine Hilfe an und schubste also Papayas vom Baum. Die "Fruechte meiner Arbeit" durfte ich wenig spaeter auch geniessen, die Familie brachte mir ein geschaeltes Stueck. Im Uebrigen braucht man sich nicht um das Wohl der Fruechte sorgen, wenn diese aus ca 5 m Hoehe auf den Boden fallen. Sie zermatschen nicht, weil sie weich von den Hanfpflanzen aufgefangen werden, die hier ueberall im Garten wachsen :-)
Am Tag vor Sophies Uebelkeit begaben wir uns auf einen wunderschoenen Weg zum Pokhara view tower, im Nordosten der Stadt, in 1390 m Hoehe gelegen. Ausgangspunkt war ein buddhistisches Klosten am Rande der Stadt, am Ende der Fleischer-GAsse. In der Fleischer Gasse hockten ueberall Maenner, die Bueffel in Kleinteile zerlegten und uns mit ihren zahnlosen Muendern angrinsten. Allein das Kloster war schon ueberwaeltigend. Dieser bunte, mit unzaehligen Figuren verzierte Bau, der ueber der Stadt trohnt, all die Moenche in ihren rot-gelben Jutten - beeindruckend. Von dort aus schlaengelte sich unser Weg also mal durch Wald, mal durch Bergdoerfer, mal durch die pralle Sonne. Imer aufwaerts, Richtung Fishtail. Unbeschreibliche Anblicke auf Reis-Terassen, Banananstauden, Mango-, Pfirsich-, Papayabaeume, Kuehe, Ziegen... Ein Nepalese, der uns unterwegs begegnete, sprach uns auf Deutsch (!) an, was wir denn heute noch vorhaetten. "Wir erkunden die Gegend. Und wie sieht Dein Plan aus?" -"ich habe nichts vor. Bei uns ist jeden Tag wie Weihnachten". Aah.Das erklaert das viele Rumgehocke der Menschen hier. Aber mal Spass bei Seite. Der Punkt ist, dass hier eine so hohe Arbeitslosigkeit herrscht, dass den Menschen oft nichts uebrig bleibt, als ihre Zeit abzusitzen. Mein Blick in die hiesige Zeitung Republica verdeutlichte dies. Top-Themen sind die INflation und die steigenden Preise fuer Nahrungsmittel, ausserdem eine Cholera-Epidemie, die den Sueden NEpals heimsuchte. ach ja, und Tierschuetzer (!) machen mobil gegen ein BRauchtum, bei dem rohes Yak-Blut getrunken wird. Man solle sich mal vorstellen, wie man selbst sich fuehle, wenn einem die Hauptvene durchtrennt wuerde, damit daraus Blut gezapft werden koenne. Der letze Satz des 3-spaltigen Artikels fuehrte dann auch noch an, dass es ausser Qualen fuer das Tier doch auch fuer den Menschen nicht ganz so heilsbringend sei,wie gedacht, wenn man das rohe Blut der Tiere trinke. Danke, Tierschuetzer!
Fuer mich bot sich die Gelegenheit, nepalesische Apotheken abzuklappern nach Antiemetika. Zunaechst dachten wir an MCP, wobei wir die Motilitaetssteigernde Wirkung nicht so super fanden - auf den Klos hier will man nicht so wirklich lange und viel hocken. Also fragte ich nach Vomex (Dimenhydrinat). Das jedoch gibts hier nicht. Der Apotheker wollte mir Perazin, ein Neuroleptikum, mitgeben. Damit war ich nciht so ganz einverstanden, weil mir dieses Einsatzgebiet fuer diese Medikamentenklasse so unbekannt vorkommt. Schliesslich kamen wir bei Ondansetron ueberein. Die Rezeptpflicht, die bei uns dafuer herrscht, faellt hier mal schlichtweg unter den Tisch - hier gibts eigentlich alles "over the counter". Dazu noch leckere WHO-Elektrolyt-Loesung und viel, viel Schlaf fuer's Oeppelchen, die ihr Lieblingsgericht, dall bhat, erstmal nicht mehr essen moechte. Inzwischen ist sie wieder wohl auf, toi toi toi.
Waehrend ich hier so sitze und schreibe kamen die Frauen der Familie, die unser Haus betreibt, auf den Balkon, um von hier aus Papayas vom nahe stehenden Baum zu ernten. Mit einem Bambus-Stecken wird der 'Hals' ruckartig durchstossen. Ich bat - ehrlicher Weise mehr aus Neugierde als aus Naechstenliebe- meine Hilfe an und schubste also Papayas vom Baum. Die "Fruechte meiner Arbeit" durfte ich wenig spaeter auch geniessen, die Familie brachte mir ein geschaeltes Stueck. Im Uebrigen braucht man sich nicht um das Wohl der Fruechte sorgen, wenn diese aus ca 5 m Hoehe auf den Boden fallen. Sie zermatschen nicht, weil sie weich von den Hanfpflanzen aufgefangen werden, die hier ueberall im Garten wachsen :-)
Am Tag vor Sophies Uebelkeit begaben wir uns auf einen wunderschoenen Weg zum Pokhara view tower, im Nordosten der Stadt, in 1390 m Hoehe gelegen. Ausgangspunkt war ein buddhistisches Klosten am Rande der Stadt, am Ende der Fleischer-GAsse. In der Fleischer Gasse hockten ueberall Maenner, die Bueffel in Kleinteile zerlegten und uns mit ihren zahnlosen Muendern angrinsten. Allein das Kloster war schon ueberwaeltigend. Dieser bunte, mit unzaehligen Figuren verzierte Bau, der ueber der Stadt trohnt, all die Moenche in ihren rot-gelben Jutten - beeindruckend. Von dort aus schlaengelte sich unser Weg also mal durch Wald, mal durch Bergdoerfer, mal durch die pralle Sonne. Imer aufwaerts, Richtung Fishtail. Unbeschreibliche Anblicke auf Reis-Terassen, Banananstauden, Mango-, Pfirsich-, Papayabaeume, Kuehe, Ziegen... Ein Nepalese, der uns unterwegs begegnete, sprach uns auf Deutsch (!) an, was wir denn heute noch vorhaetten. "Wir erkunden die Gegend. Und wie sieht Dein Plan aus?" -"ich habe nichts vor. Bei uns ist jeden Tag wie Weihnachten". Aah.Das erklaert das viele Rumgehocke der Menschen hier. Aber mal Spass bei Seite. Der Punkt ist, dass hier eine so hohe Arbeitslosigkeit herrscht, dass den Menschen oft nichts uebrig bleibt, als ihre Zeit abzusitzen. Mein Blick in die hiesige Zeitung Republica verdeutlichte dies. Top-Themen sind die INflation und die steigenden Preise fuer Nahrungsmittel, ausserdem eine Cholera-Epidemie, die den Sueden NEpals heimsuchte. ach ja, und Tierschuetzer (!) machen mobil gegen ein BRauchtum, bei dem rohes Yak-Blut getrunken wird. Man solle sich mal vorstellen, wie man selbst sich fuehle, wenn einem die Hauptvene durchtrennt wuerde, damit daraus Blut gezapft werden koenne. Der letze Satz des 3-spaltigen Artikels fuehrte dann auch noch an, dass es ausser Qualen fuer das Tier doch auch fuer den Menschen nicht ganz so heilsbringend sei,wie gedacht, wenn man das rohe Blut der Tiere trinke. Danke, Tierschuetzer!
Hey liebe Ella,
AntwortenLöschenich lese so gerne von euren Erlebenissen.
Lass euch ein paar Grüße da.
Simone