EllasNepal

2.3. - 17.4.2010



Mittwoch, 10. März 2010

Paradise?!

Nepal ist mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 388 US-Dollar des ärmste Land der Region und eines der ärmsten Länder der Welt. Rund 50% der Erwachsenen sind Analphabeten. Nepal ist noch immer ein weitgehend von Subsistenzwirtschaft geprägter Agrarstaat. Die Landwirtschaft beschäftigt 68% der Erwerbstätigen und trägt mit 38% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das größte Entwicklungspotenzial des Landes ist die bisher weitgehend ungenutzte Wasserkraft. Auch der bereits florierende Tourismus birgt noch großes Wachstumspotential. Weitere Potentiale bieten hochwertige (Kunst-) Handwerksprodukte und die Industriestandorte nahe der indischen Grenze. 90% aller Unternehmen des Landes sind Kleinbetriebe, die einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigung leisten, aber nur 4% zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.

Eine - abgesehen vom Terai-Tiefland im Süden - äußerst ungünstige Topografie und Siedlungsstruktur sowie die mangelnde Erschließung durch Verkehrswege erschweren die Entwicklungsanstrengungen, besonders für die Bergregionen.

Das gesamtwirtschaftliche Wachstum bewegte sich in den letzten Jahren real zwischen 2% und 4% und war damit zu niedrig, als dass die Armut hätte substanziell reduziert werden können. Die Weltwirtschaftskrise trifft Nepal mit Verzögerungen und wirkt sich über enge Verflechtungen zu Indien und die hohe Abhängigkeit der Wirtschaft von den Rücküberweisungen der im Ausland lebenden Nepalis aus. Die Inflation zeigt eine steigende Tendenz und liegt aktuell bei etwa 13%. Das Investitionsklima leidet vor allem unter den Unruhen im Terai, gesetzlicher Überregulierung, den umfangreichen Stromausfällen (saisonbedingt bis zu 16 Stunden täglich), der schwerfälligen Bürokratie sowie unter Defiziten in Infrastruktur und Ausbildung. Ausländische Direktinvestitionen machen nur einen sehr geringen Anteil am gesamten Kapitalstock aus. Ein Drittel des Staatshaushaltes wird von der Gebergemeinschaft per Entwicklungshilfe finanziert. Politische Instabilität und gesetzliche Restriktionen schrecken ausländische Investoren ab. Der Staatshaushalt schließt chronisch mit hohen Fehlbeträgen. Der Stand der internen Verschuldung und der daraus resultierende Schuldendienst, beide mit leicht steigender Tendenz, könnten Anlass zur Sorge bieten.

Quelle: auswaertiges Amt

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