frueh morgens um halb fuenf mache ich mich auf den Weg auf die andere Seite von Lakeside, um auf der Ladeflaeche eines kleinen Transporters ueber nepalesische Schotterpisten zu einem health camp zu fahren, bei dem Menschen medizinisch versorgt werden, die sonst keinerlei Zugang zur Medizin haben. Noch vor Sonnenaufgang fahren wir los, die Luft ist an und fuer sich angenehm kuehl, die Strassen dunkel und ruhig. Der Fahrtwind ist schneidig und ich bin froh, hinter dem Fahrerhaeuschen den Windschatten ausnutzen zu koennen. Nur meine Fuesse haengen ueber die Bruestung und geniessen die Freiheit. Insgesamt zu siebt, auf der Ladeflaeche zu dritt, duesen wir aus dem Dunkel der Nacht in den grauenden Morgen, verlassen die Stadt gen Westen. Sobald der Tag Oberhand ueber die Nacht gewinnt, sind etliche Nepalis diszipliniert am Wer. Fruehsport. Kein Witz. Sie gehen joggen oder machen Kraeftigungsuebungen an der Schlucht des Khali Gandaki, dem Fluss, dessen Lauf wir ca 5 h lang verfolgen. Majestaetisch erhebt sich der Mt. Fishtail, dessen 2-gespaltene Spitze wir erstmals ausserhalb der Stadt wahrnehmen. Ich kann kaum wiedergeben, was ich sehe oder fuehle, ich kann nur mehr staunen. Tief hat sich der blaue Fluss in schroffen Fels gegraben, die Strasse folgt dem kurvenreichen Lauf des Gewaessers. Die Sonne taucht die Annapurna mountain range in sanftes gold, mein Haar tanzt zur Musik, die der Wind spielt, waehrend die steten Schlagloecher den Rhythmus vorgeben. Es sieht so einfach und entspannt aus, wenn Nepalis auf den Daechern der voellig ueberfuellten Busse liegen. Bereits jetzt merke ich, dass es ein Ganzkoerpertraining ist, wenn ich mir mein Steissbein nicht voellig verprellen moechte. Puenktlich zum Sonnenaufgang gelangen wir zur hoechsten und laengsten (151 / 344 m ) Haengebruecke des Landes, wo wir gemeinsam mit Affen, die Bananen essen, den Sonnenaufgang geniessen. In Beni steigen noch weitere Mediziner zu, so dass wir den Rest der Fahrt, immerhin noch 2 h, nicht mehr so gemuetlich rumlungern koennen: Tobi, Paul und ich stehen au8f der LAdeflaeche, die anderen 5 sitzen, waehrend wir inzwischen nur noch auf Sandpisten durch sagenhaftes Land fahren. Unsere von Staub der Strasse aschgrau eingefaerbten Gesichter, Haare, Jacken... stehen im krassen Gegensatz zum schreienden Gruen der Felder. Jetzt hat mich das Land ganz fuer sich gewonnen. Diese Fahrt ins abgelegene Hinterland ueberzeugt mich. Die kraftvolle, pure Schoenheit dieses schroffen und gleichsam sanften Landschaftsbildes vereinnahmt mich ganz.
In sengender Hitze erreciehn wir den Ort, in dem in der Schule das Health Camp aufgebaut worden ist. In den Klassenzimmern sind verschiedene Stationen vertreten, im Schulhof stehen die Menschen in langen Schlangen und warten auf Behandlung, die heute fuer jedermann kostenfrei ist. Mit mehr als 1000 Menschen rechnen die Organisatoren. Das ganze Projekt wird u. A. aus EU-Geldern co-finanziert. Innere, Chirurgie, Gyn, HNO, Orthopaedie, Paediatrie und eine Apotheke gibt es. Die Doktores untersuchen auf aus Schulkbaenken improvisierten Liegen; durch die Fenster der Klassenzimmer luken neugierige Kinderaugen. Im Grunde eine schoene Idee, nur glaube ich, dass diese Aktion eher einen "kosmetischen Aspekt" bedient, denn mehr als Aufnahme der Krankengeschichte, Schmerz- und Vitamintabletten und die Empfehlung, im Krankenhaus in Pokhara eine Roentgenaufnahme oder ein Blkutbild anzufertigen, kann auch hier fuer die Menschen nicht getan werden. Ich als Aerztin faende das glaube ich sehr unzufriedenstellend. Ein wenig wirkt es auf mich auch wie ein Triage-Training fuer die MEdiziner, die versuchen, aus dieser Masse an Patienten die "Spreu vom Weizen" zu trennen, also zu erkennen, wer tatsaechlich Hilfe braucht und wem diese auch zukommen kann in diesem Umfeld.
In meinen Augen fehl am Platz aber typisch Nepali-freundlich werden wir deutschen "Aerzte" namentlich einzeln auf eine Buehne gerufen und bekommen als Dank fuer unsere "Arbeit" eine Tika (dieser rote Punkt auf der Stirn) und einen beigen Schal und Blumenkranz umgebunden, waehrend die Patientenmenge unaufhoerlich klatscht. Ich fuehle mich sehr unwohl und bin froh, als wir das Camp nach gut 3 h wieder verlassen. Auch wenn mir das "free riden" auf dem Transporter Spass macht (das hat so was Wildes, Verwegenes...), graut mir vor der Rueckfahrt. So anstrengend, so lang, so holperig, so staubig, so heiss, so eng. Die Aussicht auf sagenhaft schoene Landschaft haelt meine Stimmung hoch, und mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang zwischen den Serpentinen des Khali Gandaki Tales verabschiedet sich dieser Tag und der Mond, der wie eine Schuessel am Himmel haengt, uebernimmt das Zepter. Um kurz nach 7 erreichen wir Pokhara und totmuede schleppe ioch mich nach Hause zu Sophie, die wegs Krankheit daheim geblieben war - wohlweislich.
Bis zu Sophies Genesung sollte es uns noch ein wenig abenteuerlicher Anstrengung benoetigen, inzwischen sind wir aber beide wohl auf und konnten die letzten 3 Tage ueber im Dschungel des Terai Kraft tanken, um morgen unsere Wanderung um das Annapurna Gebirge zu starten. Meine Eindruecke von Rhino, Elefanten und anderem Getiere gibt es also fruehestens in 2 Wochen.
Bis dahin wuenscht uns Glueck, dass wir die Tour schaffen...
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In sengender Hitze erreciehn wir den Ort, in dem in der Schule das Health Camp aufgebaut worden ist. In den Klassenzimmern sind verschiedene Stationen vertreten, im Schulhof stehen die Menschen in langen Schlangen und warten auf Behandlung, die heute fuer jedermann kostenfrei ist. Mit mehr als 1000 Menschen rechnen die Organisatoren. Das ganze Projekt wird u. A. aus EU-Geldern co-finanziert. Innere, Chirurgie, Gyn, HNO, Orthopaedie, Paediatrie und eine Apotheke gibt es. Die Doktores untersuchen auf aus Schulkbaenken improvisierten Liegen; durch die Fenster der Klassenzimmer luken neugierige Kinderaugen. Im Grunde eine schoene Idee, nur glaube ich, dass diese Aktion eher einen "kosmetischen Aspekt" bedient, denn mehr als Aufnahme der Krankengeschichte, Schmerz- und Vitamintabletten und die Empfehlung, im Krankenhaus in Pokhara eine Roentgenaufnahme oder ein Blkutbild anzufertigen, kann auch hier fuer die Menschen nicht getan werden. Ich als Aerztin faende das glaube ich sehr unzufriedenstellend. Ein wenig wirkt es auf mich auch wie ein Triage-Training fuer die MEdiziner, die versuchen, aus dieser Masse an Patienten die "Spreu vom Weizen" zu trennen, also zu erkennen, wer tatsaechlich Hilfe braucht und wem diese auch zukommen kann in diesem Umfeld.
In meinen Augen fehl am Platz aber typisch Nepali-freundlich werden wir deutschen "Aerzte" namentlich einzeln auf eine Buehne gerufen und bekommen als Dank fuer unsere "Arbeit" eine Tika (dieser rote Punkt auf der Stirn) und einen beigen Schal und Blumenkranz umgebunden, waehrend die Patientenmenge unaufhoerlich klatscht. Ich fuehle mich sehr unwohl und bin froh, als wir das Camp nach gut 3 h wieder verlassen. Auch wenn mir das "free riden" auf dem Transporter Spass macht (das hat so was Wildes, Verwegenes...), graut mir vor der Rueckfahrt. So anstrengend, so lang, so holperig, so staubig, so heiss, so eng. Die Aussicht auf sagenhaft schoene Landschaft haelt meine Stimmung hoch, und mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang zwischen den Serpentinen des Khali Gandaki Tales verabschiedet sich dieser Tag und der Mond, der wie eine Schuessel am Himmel haengt, uebernimmt das Zepter. Um kurz nach 7 erreichen wir Pokhara und totmuede schleppe ioch mich nach Hause zu Sophie, die wegs Krankheit daheim geblieben war - wohlweislich.
Bis zu Sophies Genesung sollte es uns noch ein wenig abenteuerlicher Anstrengung benoetigen, inzwischen sind wir aber beide wohl auf und konnten die letzten 3 Tage ueber im Dschungel des Terai Kraft tanken, um morgen unsere Wanderung um das Annapurna Gebirge zu starten. Meine Eindruecke von Rhino, Elefanten und anderem Getiere gibt es also fruehestens in 2 Wochen.
Bis dahin wuenscht uns Glueck, dass wir die Tour schaffen...
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Ich drück dich Daumen und bis sehr gespannt, was du so berichten wirst... freue mich dich bald mal wieder zu sehen :-) Küsschen aus dem Norden von einer Fritte, die vor Muskelkater und blauer Flecker kaum noch laufen kann ( 2-tägige Skitour im Sturm, sag ich nur ;-) Aber geil wars schon!!)
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