In sengender Hitze erreciehn wir den Ort, in dem in der Schule das Health Camp aufgebaut worden ist. In den Klassenzimmern sind verschiedene Stationen vertreten, im Schulhof stehen die Menschen in langen Schlangen und warten auf Behandlung, die heute fuer jedermann kostenfrei ist. Mit mehr als 1000 Menschen rechnen die Organisatoren. Das ganze Projekt wird u. A. aus EU-Geldern co-finanziert. Innere, Chirurgie, Gyn, HNO, Orthopaedie, Paediatrie und eine Apotheke gibt es. Die Doktores untersuchen auf aus Schulkbaenken improvisierten Liegen; durch die Fenster der Klassenzimmer luken neugierige Kinderaugen. Im Grunde eine schoene Idee, nur glaube ich, dass diese Aktion eher einen "kosmetischen Aspekt" bedient, denn mehr als Aufnahme der Krankengeschichte, Schmerz- und Vitamintabletten und die Empfehlung, im Krankenhaus in Pokhara eine Roentgenaufnahme oder ein Blkutbild anzufertigen, kann auch hier fuer die Menschen nicht getan werden. Ich als Aerztin faende das glaube ich sehr unzufriedenstellend. Ein wenig wirkt es auf mich auch wie ein Triage-Training fuer die MEdiziner, die versuchen, aus dieser Masse an Patienten die "Spreu vom Weizen" zu trennen, also zu erkennen, wer tatsaechlich Hilfe braucht und wem diese auch zukommen kann in diesem Umfeld.
In meinen Augen fehl am Platz aber typisch Nepali-freundlich werden wir deutschen "Aerzte" namentlich einzeln auf eine Buehne gerufen und bekommen als Dank fuer unsere "Arbeit" eine Tika (dieser rote Punkt auf der Stirn) und einen beigen Schal und Blumenkranz umgebunden, waehrend die Patientenmenge unaufhoerlich klatscht. Ich fuehle mich sehr unwohl und bin froh, als wir das Camp nach gut 3 h wieder verlassen. Auch wenn mir das "free riden" auf dem Transporter Spass macht (das hat so was Wildes, Verwegenes...), graut mir vor der Rueckfahrt. So anstrengend, so lang, so holperig, so staubig, so heiss, so eng. Die Aussicht auf sagenhaft schoene Landschaft haelt meine Stimmung hoch, und mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang zwischen den Serpentinen des Khali Gandaki Tales verabschiedet sich dieser Tag und der Mond, der wie eine Schuessel am Himmel haengt, uebernimmt das Zepter. Um kurz nach 7 erreichen wir Pokhara und totmuede schleppe ioch mich nach Hause zu Sophie, die wegs Krankheit daheim geblieben war - wohlweislich.
Bis zu Sophies Genesung sollte es uns noch ein wenig abenteuerlicher Anstrengung benoetigen, inzwischen sind wir aber beide wohl auf und konnten die letzten 3 Tage ueber im Dschungel des Terai Kraft tanken, um morgen unsere Wanderung um das Annapurna Gebirge zu starten. Meine Eindruecke von Rhino, Elefanten und anderem Getiere gibt es also fruehestens in 2 Wochen.
Bis dahin wuenscht uns Glueck, dass wir die Tour schaffen...
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